Wie angekündigt heute nochmal gefahren und aufgezeichnet. Mave242
hatte das dieses Jahr auch schonmal gemacht. Ich hatte den Zündzeitpunkt im Fokus und dort haben wir ähnliche Dinge gemessen. Allerdings habe ich noch etwas anderes, nämlich wie die Zündregelung ohne jegliches Problem aussieht. (Im Anhang mit „1“ beschriftet).
Bei diesem Durchlauf würde man im Englischen sagen „it pulls like a train“. Starker und vor allem gleichmäßiger Durchzug. Nichts davon zu merken, dass hier ein Turbo am Werk ist. Zog so unauffällig von 2000-5000U durch wie ein Saugmotor.
Die Zündzeitpunktverstellung regelt sehr sauber. Während sich der Ladedruck beim Gasgeben aufbaut, regelt er erstmal Richtung spät. Für mich logisch und normal, da mit steigendem Ladedruck auch der Zylinderdruck steigt. Mit steigender Drehzahl geht er dann kontinuierlich Richtung früher, so wie es sein soll, damit sich über die verändernde Drehzahl ein relativ konstantes Drehmoment ergibt.
Subjektiv habe ich tatsächlich erst beim ca. 10-15 Durchlauf eine unsaubere Beschleunigung gemerkt. Nur anhand der Daten habe ich im Nachhinein gesehen, dass sogar schon die 2-3 Beschleunigung betroffen war. Deutlich in den Daten war es dann aber vor allem bei den Durchläufen, wo ich es auch gemerkt habe,
Siehe die anderen Screenshots im Anhang. Hier sieht man, dass die Zündzeitpunktverstellung sich stark von dem „guten“ Lauf unterscheidet und praktisch verrückt spielt. Nach der anfänglichen Verstellung Richtung spät beim Gasgeben geht es dann nochmal weiter Richtung spät, hat teilweise Plateaus, springt plötzlich Richtung Früh etc. Das nimmt man dann als unsaubere Beschleunigung wahr.
Fehlerspeicher löschen (wo laut OBDLink zahlreiche Lernwerte zurückgesetzt werden), hat diesmal nichts gebracht.
Wichtig: es handelt sich um die Zündzeitpunktverstellung. Nicht den Zündzeitpunkt. Negative Werte heißen nicht, dass nach OT gezündet wird, sondern dass nur später gezündet wird als vom „Referenzwert“ (weiß nicht, wie man das genau nennt)
100% Ultimate 102 im Tank. Damit dürfte der Motor mit Serienabstimmung unter normalen Umständen eigentlich nicht klopfen.
Nun ist die Frage: Wieso regelt er den Zündzeitpunkt so? Klopft der Motor (warum wird dann nicht beim ersten Durchlauf sofort gegengesteuert?), wird Klopfen fälschlicherweise vom Sensor erkannt, interpretiert die Software aus ganz anderen Gründen falsch? Vielleicht will die Software sauber regeln, aber die Hardware setzt nicht sauber genug um? Ich komme hier alleine nicht mehr weiter. Dass Mave trotz entschärfter Kopfenpfindlichkeit immer noch eine unsaubere Beschleunigung hat, macht mich ehrlicherweise nicht sonderlich optimistisch. Ich habe gestern Adrian von ProBoost per Mail geschrieben, warte aber noch auf Rückmeldung.
Daniel Hohmeyer spricht in seinem Video 2018 mit einem recht neuen Presswagen folgendes an:
„Deswegen fühlt es sich kurzzeitig so an, als würde das Auto nach vorne hüpfen. Das ist ein Explosionsmoment, in dem diese ganze Kraft kurzzeitig frei wird“. Er bezieht diese Aussage auf den Bereich zwischen 2500U und 3000U, wo das maximale Drehmoment anliegt. Wenn das Auto gescheit läuft, wie in meinem ersten „fehlerfreien“ Durchgang, ist da aber NICHTS, aber auch gar nichts, was man als explosionsartig oder hüpfen bezeichnen könnte. Sauberer zieht selbst der Saugmotor in meinem MX-5 nicht durch. Das von ihm beschriebene Verhalten trifft exakt auf das Verhalten zu, wenn das Auto mit dem Problem fährt. Wie man bei 1:43 im Video sieht, hat der Wagen nichtmal 5000km. Verkokungen oder Verschleiß halte ich da für unwahrscheinlich. Der Fehler ist also mehr oder weniger ab Werk eingebaut.
Ich bin mir sicher, dass irgendwo in Japan ein kleiner Mann in einer kleinen japanischen Kapselwohnung sitzt und sich noch heute schämt! Seinen Kunden sowas zuzumuten ist nämlich nicht die japanische Tugend.
PS: Kann man selber auslesen, ob man die neuste ECU-Software draufhat? Ich ertrage Werkstätten nur sehr schlecht.