Neue KFZ Steuerberechnung seit September 2018, wie hoch die KFZ Steuer für Baleno 1.2 davor und danach ?

  • Hallo,


    ich habe mich extra wegen eines Themas hier in der Community angemeldet.

    Ich bin seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines Suzuki Baleno 1.2 .

    Dies war ein Re-Import (EZ 01.2019) und dürfte in der Ausstattung der Clubversion entsprechen (Minus Sitzheizung).

    Nun habe ich heute meinen Bescheid für die jährliche KFZ-Steuer bekommen.

    Der Betrag von 78€ schwebte schon immer im Raum, aber erschien mir auf grund der Steuerbrechnung nach dem alten Verfahren (NEFZ) bis September 2018 etwas hoch.

    Fahrzeuge , die nach dem September 2018 zugelassen wurden, werden ja unter Berücksichtigung strengerer Prüfkriterien (WLTP) anders behandelt.


    Beworben wurde das Fahrzeug natürlich mit den Abgaswerten des Alten Prüfverfahrens.

    Ich war dann heute etwas erstaunt als ich beim CO² -Ausstoß 121g/km las. Das steht aber auch so in den COC-Unterlagen.


    Die Steuerberechnung nach dem neuen Verfahren (WLTP als Grundlage für Zulassung ab September 2018) scheint für mich schon nachvolziehbar zu sein.

    Nur sie scheint mir im Verhältnis zur vorherigen Berechnung recht hoch und schon etwas ärgerlich, weil ja die (indirekte) KFZ-Steuererhöhung still und heimlich eingeführt wurde.

    Auch gibt es nicht die Möglichkeit unkompliziert den zu erwartenden Steuerbeitrag auf der Seite des Finanzministeriums zu berechnen, wie dies beim NEFZ Prüfverfahren als Grundlage möglich war.

    Ich habe das Gefühl man soll gar nicht mitbekommen, wie hoch die KFZ-Steuererhöhung ist und dadurch die Mehrbelastungen des Bürgers.


    Mich würde interessieren, wie hoch die jährliche KFZ-Steuer für das 1.2l Modell (Clubversion) bis September 2018 war und ob es vielleicht eine Übergangsfrist für dieses Modell gab, oder ob sofort nach Stichtag der höhere Betrag berechnet wurde.

  • Also es ist doch recht einfach.

    Durch die Änderung des Messverfahrens von NEFZ auf WLTP steigt der angebeben CO2 Ausstoß und danach berechnet sich die KFZ-Steuer. Anstieg daher da der Testzyklus länger ist, 130 anstatt 120km/h gemessen werden etc. Da Klima und Heizung immernoch aus sein müssen kann man auch hier von realistisch nicht mehr sprechen, aber gerade Kleinwagen sind die Leittragenden wenn du nur die Erhöhung der Geschwindigkeit nimmst zumal der Test von 20 auf 30 Minuten ebenfalls ausgeweitet wurde.


    Wenn du weißt wieviel CO2 nach NEFZ angegeben war, kannst du die KFZ-Steuer hier ausrechnen lassen.


    Bei 1,2l und 121g/km CO2 komme ich auf 76€ (die 78€ kommen sicherlich da der Hubraum minimal über 1200 liegt und da wird ja je angefangenen 100 gerechnet und dann sind es auch 78€).

  • ... eigentlich sollte man das andersherum sehen, die Steuer war vorher zu niedrig, da der Co2 Ausstoß unter Optimalbedingungen gemessen wurde, welcher im Alltagsbetrieb kaum erreichbar ist - jetzt wird der richtige Betrag eingefordert.

    Also die vor dem Stichtag ihr Auto zugelassen haben, zahlen zu wenig, da sie ja real mehr CO2 ausstoßen.

  • Danke Euch für Eure Antworten.



    So einen richtigen Durchblick hatte ich bei dem ganzen Thema nicht.


    Auf der Suzuki Webseite kann man lesen: " Aktuell sind in der Werbung noch die NEFZ-Werte verpflichtend zu kommunizieren und wurden zur Vergleichbarkeit auf NEFZ-Werte zurückgerechnet.".


    Ich finde das nicht in Ordnung, da meine Steuer ja nicht nach diesen Werten berechnet wird, sie aber einen gewissen Kaufanreiz bieten.

    In meinen Augen wird man nun als Käufer eines neueren Fahrzeuges bestraft, weil man im Vergleich zu früher zugelassenen Fahrzeugen eine höhere Steuerlast tragen soll.

    Warum gibt es so eine Art "Bestandsschutz bei der KFZ-Steuer" für Fahrzeuge, welche vor dem Stichtag zugelassen wurden?

    Der Umweltgedanke ist dann doch scheinheilig, wenn ich für ältere Fahrzeuge mit teilweise höheren Abgaswerten weniger Steuern zahle.

    Warum passt man nicht auch die Steuer an , welche nach dem alten Messverfahren berechnet wurde.


    Was jetzt gemacht wurde sorgt eher dafür, dass ältere Fahrzeuge länger gefahren werden, was auf der einen Seite vielleicht gut ist, weil keine neuen Ressourcen verbraucht werden, auf der anderen Seite nimmt man aber hohe Abgaswerte in Kauf, ohne sie entsprechend zu besteuern, wie bei Neufahrzeugen.


    Über die Höhe der KFZ-Steuer will ich ja nicht klagen. Aber wenn für ein über 16 Jahre altes Auto (dass fast den doppelten Verbrauch hatte und einen größeren Hubraum), welches ich vorher fuhr, nur ein paar Euro mehr Steuern im Jahr zahlen musste, dann finde ich das sehr ungerecht.


    Ich dachte eigentlich, dass mein nächstes Fahrzeug schon ein Elektroauto sein wird, aber scheinbar wird in Deutschland alles dafür getan, dass sich der Fortschritt nicht durchsetzt (in krieche auf dem Land noch dsl light durchs Internet), da man durch hohe Fahrzeugkosten und absehbar steigende Ladekosten die Elektromobilität so unattraktiv wie möglich hält. Und wenn ein Elektrofahrzeug in den Kauf- und Unterhaltskosten keinen Vorteil gegenüber dem Benziner bringt, dann wird es schwer, dass sich diese Technik durchsetzt. Aber vielleicht schafft man es ja, den Benziner so unattraktiv wie möglich zu machen *g*.


    So, nun habe ich mich genug aufgeregt ;).


    Ich wollte eigentlich nur eine Meinung haben, ob die Steuerberechnung bzw. der Bescheid in der Höhe angemessen ist. Mein erster Gedanke war der eines Widerspruches, weil der Betrag gefühlt zu hoch war, aber bei einen Blick in die Abgaswerte nach dem WLTP-Messverfahren, scheint es doch seine Richtigkeit zu haben.


    Danke nochmal für die Erklärung. Ich habe gern einfache Antworten auf Fragen und hab wohl an den falschen Stellen gesucht.

    Das mit der Umstellung der KFZ Steuer wurde ja auch nicht so öffentlich publiziert und ich hatte den Eindruck, dass es still und heimlich über die Bühne laufen soll, damit sich niemand drüber aufregt, was ich dann aber doch getan habe ;) (weil ich es auch erst nach dem Fahrzeugkauf so richtig mitbekommen hatte).

  • Also still und heimlich war es nicht. Zur Einführung von WLTP gab es ein paar Tage selbst im TV eben jene Beispiele, wo Kunden mit einmal bis zu 70% mehr KFZ-Steuer zahlen sollen, wenn ihr Auto nach dem Stichtag zugelassen wird. Auch wurde beispielsweise gezeigt wie VW den Parkplatz vom BER mietet um die Autos da zwischen zu parken da sie ja viele Konfigurationen bei Ihren Autos bieten und diese alle gemessen werden müssen. Hintergrund ist ja beispielsweise das Gewicht. Das trifft beispielsweise auch die Händler. Wenn Zubehör angebaut wird, ab gewissen Gewicht etc. darf dies erst nach Zulassung geschehen da sonst die WLTP Angabe im nicht mehr stimmt und das Auto nicht zugelassen werden darf.


    NEFZ und WLTP sind beide dennoch keine realistischen Werte (NEFZ noch weniger als WLTP). Ist wie die bekannte Kühlschrank-Ampel. Da ja dort dank deutscher Autolobby das Gewicht mit rein gerechnet wird, steht der Audi Q7 halt besser da als der SMART.


    Ich kann im großen deinen Ärger verstehen, aber leider sind wir Deutschen ja so dumm, das sie alles mit uns machen können. (Bsp: einzige EU-Land was Dieselfahrverbote hat, ein gemeinnützigen Verein der sehr profitabel wirtschaftet und angeblich der Umwelt hilft, Grenzwerte auf der Straße von 40μg aber am Arbeitsplatz von 950μg)

  • Nagut, da ich kaum TV schaue, habe ich das Thema damals wohl nicht so mitbekommen.

    Außerdem betraf es mich damals auch noch nicht. Mitbekommen hatte ich es schon, nur nicht so detailiert und, dass Käufer neuerer Fahrzeuge dadurch den Käufern älterer Fahrzeuge in der Besteuerung benachteiligt werden.


    Man muss doch die ganzen Umweltgedanken einmal hintefragen, um zu sehen, wie absurd es in Deutschland ist. Auf der einen Seite sollen Fahrzeuge möglichst wenig Schadstoffe ausstossen, auf der anderen Seite nimmt man in Kauf das viele Menschen täglich weite Strecken mit dem KFZ bewältigen müssen, um auf die Arbeitsstelle zu gelangen. Güter/Waren werden lieber Kreuz und Quer durch Deutschland/Europa gefahren, anstatt sie in Zwischenlagern vorzuhalten und sie auf kürzesten Wegen zum Endkunden zu bringen.


    Wenn man etwas für die Umwelt tun möchte dann richtig und ohne Kompromisse. Die Energieeffiziensklasse ist doch auch so ein "Etikettenschwindel". Wenn ein Fahrzeug, welches doppelt so schwer ist und der Schadstoffausstoss doppelt so hoch unter dem selben Label gelistet wird, dann ist es bezogen auf die Anzahl der Personen, die mit dem Fahrzeug befördert werden nicht Effizient (Mir war der Begriff Kühlschrank-Ampel nicht geläufig, aber ich meine wohl das Gleiche). Auf dem gleichen Schild mit dieser Grafik stand an meinen Fahrzeug auch der alte NEFZ Abgaswerd, der mich schon etwas in meiner Kaufabsicht bestärkt hatte. Warum scheut man sich so davor, Dinge so darzustellen, wie sie in Wirklichkeit sind? Ein schöner Schein hilft dem Endverbraucher nicht, wenn es in der Realität ganz anders aussieht.

  • Ist wie die bekannte Kühlschrank-Ampel. Da ja dort dank deutscher Autolobby das Gewicht mit rein gerechnet wird, steht der Audi Q7 halt besser da als der SMART.


    Bitte nicht Verbrauch und Effizienz vermischen!


    Der Verbrauch ist beim Smart niedriger als beispielsweise beim Audi Q7.

    Und das wird auch im WLTP so ermittelt. Deshalb zahlt man für einen Q7 auch mehr Steuern als für den Smart (bei vergleichbarer Motorentechnologie, man kann den Smart 450 aus 2000 mit Euro 3 nicht mit dem Audi Q7 aus 2019 und Euro 6 vergleichen).


    Selbstverständlich ist ein Fahrzeug das zwei Personen transportiert mit ca. 5l/100km in der Effizienz deutlich schlechter, als ein Fahrzeug das unter gleichen Prüfbedingungen mit 7 Personen ca. 9l/100km verbraucht.

    Deswegen ist der ÖPNV ja ökologisch gesehen besser, weil 600 Personen in einer U-Bahn immer noch weniger Energie verbrauchen als wenn man diese auf 150 Elektrofahrzeuge verteilt (600Leute, 4 Pro Fahrzeug).

    Oder ein Bus mit 70 Personen verbraucht weniger als wenn man diese auf 10 Audi Q7 verteilt.


    Deswegen ist/war die „Ampel“ an den Kühlschränken usw. ja auch eine technisch und physikalisch absolut richtige Energie-Effizienz-Angabe.

    Aber das möchte ja niemand kapieren, dass die Effizienz nicht den Verbrauch angibt (der übrigens immer auf den Ampeln mit angegeben wird in ___kWh/a)


    Zum Topic:

    Der WLTP is schonmal deutlich dichter an der Realität als der NEFZ und auch vergleichbarer was die Werte angeht. Das ist unbestritten.


    Reden wir hier wirklich von ca. 70Euro Steuern pro Jahr? Also 6 Euro pro Monat?

    Wer diese für seinen persönlichen Individualverkehr nicht mehr aufbringen möchte soll es lassen.


    ...aber bei 2000Euro für nen Satz Aluräder mit absurden Reifen-/Felgengrößen (die 10% höheren Spritverbrauch verursachen) sind dann alle wieder ganz vorn an der Ladentheke zu finden.


    Ich sehe es so wie Frank. Bisher haben wir Autofahrer den Staat veralbert, weil wir für deutlich weniger Schadstoffausstoß als reell vorhanden die Steuern bezahlt haben.


    ...und falls jetzt irgendwer mit Ökofutzi oder sonstwas kommt:

    Ich habe zwei Autos, zwei Motorräder, ein Boot und ein Jetski. Ich zahle für alles Steuern/Versicherung und auch den Sprit (inklusive Öko-Steuer), und lasse mir den Spaß daran nicht nehmen!

    Meine voriges Fahrzeug hatte einen 4-stelligen jährlichen Steuerbetrag, den ich ohne zu zucken bezahlt habe.

    Einfach weil mir mein Individualverkehr das Wert ist und verglichen zu Versicherung, Wartung und Spritverbrauch (20l/100km) das immernoch lächerlich klein war.

    Meinem Beispiel soll/muss nun natürlich nicht jeder folgen, aber wenn man wegen 70Euro einen Kleinkrieg gegen den Staat anzettelt...sorry...