Getriebelager getauscht ZN3 Getriebe

  • Hallo liebe Selberschrauber,


    Fahrzeug: Swift BJ 2008 188tkm 1,3l 92PS Manuelles 5g Getriebe


    Problem:

    Getriebe macht bei Fahrt heulende Geräusche. Im Stand Laufgeräusche. Tritt man im Stand die Kupplung im Leerlauf ist das Geräusch weg.


    Diagnose:

    Getriebelager verschlissen, wahrscheinlich Lagerfläche eingelaufen.


    Abhillfe:

    Zuerst hier erfolglos nach dem WHB gefragt. Leider keine Antwort.


    Getriebe ausbauen ist einfach. Da ich nicht weiß was das WHB dazu schreibt, kann ich beschreiben wie ich das gemacht habe,


    Ausbauen Reparatur und Zusammenbau aus dem Kopf


    Luftfilterkasten komplett mit Ansaugschnorchel

    Batterie mit Halteplatte und Steuergerät

    Züge vom Schalthebel zum Getriebe am Getriebe aushängen.

    Ist etwas tricky man muss halt den Clip herausbekommen.

    Halter der Züge ausgebaut

    Winkelhebel am Schaltwerk abbauen

    Stecker Rückwärtsgangschalter abziehen

    Massekabel Abschrauben

    Kupplung Nehmerzylinder abbauen und sichern der Stange gegen herausfallen mit Kabelbinder.

    Anlasser abschrauben aber einfach drinlassen, der muss nicht herausgenommen werden.

    Obere Getriebeschrauben zum Motorblock hin herausnehmen

    Motor aufhängen habe ich mit einem Balken und zwei Spanngurten gemacht.

    Vorderräder abbauen

    Traggelenk aushängen

    Halter zur Karosserie am Getriebe abschrauben, Silentblock herausbauen.

    Blech unten am hinteren Motorlager zum Getriebe abbauen

    Getriebeöl ablassen

    Alle Schrauben zwischen Motor und Getriebe herausnehmen

    Schrauben am hinteren (also mittleren) Motorlager herausnehmen, eine ist 90° zur KW eingeschraubt und schlecht zugänglich

    Kabelbaumhalter am Getriebe abschrauben ist auch da hinten unten und schlecht zugänglich

    Antriebswellen aus dem Getriebe herausziehen

    Motor etwas ablassen

    Getriebe herausnehmen


    Kupplung habe ich in dem Fall auch gleich ausgebaut.


    Bilder in der vergrößerten Ansicht betrachten, dann sieht man auch mehr Details.


    Im Fall vom Kupplungswechsel Ausrücklager herausnehmen

    2 Schrauben in der Kupplungsglocke entfernen



    In einer Wanne Getriebe auf Kupplungsglocke stellen Öl läuft aus.

    Kleinen Schwarzen Deckel abnehmen

    2 Schrauben in Verlängerung von der Achse des Schaltmechanismus herausnehmen SW12 und SW14

    Schaltmechanismus ausbauen

    5. Gang einlegen das ist der unter dem Deckel und einen anderen Gang dazu, das blockiert das Getriebe


    Schraube SW 26 entsichern wegen des blockierten Getriebes kann die Schraube einfach gelöst werden

    Spannstift an der Schaltgabel durchschlagen

    Sicherungsring herausnehmen und dann kann der Radsatz 5. Gang zusammen mit der Schalgabel abgenommen werden.

    Blech mit den 6 Schrauben abnehmen Distanzscheibe zum Lager beachten

    Arretierung der Schaltgabeln herausnehmen.


    3 Schrauben SW 14 mit Kreuzschlitz nebeneinander, Federn und Kugeln herausnehmen. Mittlere ist länger.

    Schalter Rückfahrscheinwerfer herausschrauben

    Eine einsame Schraube ungefähr auf halber Höhe eher in Fahrtrichtung vorne unten herausschrauben.


    Das ist die Arretierung der Welle des Rückwärtgangrads, das habe ich übersehen, dann ging das Getriebe zwar auch auseinander, aber es hat mir dann beim Zerlegen die Schaltmuffe 3.4. Gang herausgezogen. Die Gleitsteine der Synchrinisiereinrichtung sind herausgefallen. das sollte man vermeiden.

    Restliche Gehäuseschrauben herausschrauben

    Getriebe sollte nun zu trennen sein.

    Vorsichtige Schläge mit dem Gummihammer helfen dabei. Nicht das Gehäuse aufhebeln,

    Im besten Fall kann nun das Gehäuse nach oben abgehoben werden und die Innereien bleiben in der Kupplungsseitigen Gehäusehälfte.

    Beide Wellen mit den Schaltgabeln zusammen aus dem Gehäuse herausnehmen.

    Differential herausnehmen

    Jetzt sind die Gehäuse leer und können, nein müssen gereinigt werden.


        


    Lagerwechsel beschreib ich jetzt nicht weiter, weil ich denke dass wer das macht schon auch Erfahrung mit sowas hat.

    Wer's trotzdem wissen will der kann gern nochmals nachfragen, wenn was unklar ist.


    Übrigens; Die ausgebaute Eingangswelle kann nun zum Zentrieren der Kupplungsreibscheibe genutzt werden.




    Sauber machen uns zwar gründlich. Ich verwende hierfür Bremsenreiniger


    Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.

    Besonders die Dichtflächen, hier verwende ich Silikon Dichtungsmasse zum Abdichten.

    Bider des vormontierten Getriebes fertig zum Zusammenbau.

    Im rechten Bild ist vorne das geradverzahnte Schieberad des R-Ganges zu sehen. Diese Welle so ausrichten, dass die Gewindebohrung nacher mit dem loch im Gehäuse fluchtet.

     


    Beim Einsetzen des Bleches darauf achten dass das Gestänge hier arretiert, und die Scheibe unter dem Lager montiert ist.




    Ging völlig problemlos bis auf ein ausgerisssenes Gewinde und eine abgerissene Schraube,


    Getriebe wieder einbauen Öl erst einfüllen wenn die Antriebswellen wieder gesteckt sind.


    Masseband nicht vergessen. Auch drauf schauen dass alle beweglichen Teile die mit der Schltung zu tun haben leichtgängig sind. GGF leicht einfetten und gangbar machen.


    So gut hat sich das Auto noch nie schalten lassen. Auch das Einund Auskuppeln ist nun eine wahre Freude.


    Wer noch Fragen hat kann sich ja nochmals melden.


    Grüße

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  • Der Beschränkung auf 10 Bilder wegen noch eine Folge


    Das ausgerissene Gewinde war das einer Getriebeschraube und zwar von der Motorseite aus ins Getriebe geschraubt am hinteren Motorlager.

    War dann echt froh dass die Schraube nicht auch gerissen ist.


    Hier gibts meiner Meinung nach nur eine vernünftige Lösung. Time Sert von Würth. Gibts nur in M12x 1,5 statt des originale M12x 1,25.

    Gewinderest ausgebohrt geht super mit dem Bohrer, der wie ein Gewindebohrer einen 4-Kant hinten hat und sich selber zentriert.


    Dann Absatz für den Bund der Buchse eingefräst, auch von Hand



    Gewinde geschnitten,


    Buchse eingesetzt


    .

    Hier die Bilder dazu. Hält bombenfest. Da muss man danach nicht wirklich vorsichtig sein. Nein, anziehen wie beim Oringinal das geht.


    Die abgerissene Schraube war schon schwieriger.

    Gut dass noch ein REst herausgestanden ist.



    Am besten geht es so: Karosseriescheibe darüberlegen. Mutter M10 draufschweißen. Nein draufbraten. Dann geht das auf.

    Gewinde war trotzdem zerstört.

    Gleiches Prozedere wie beim ersten Gewinde.



    So, dann noch ein Bild des wirklichen Schadens. Wir sehen dass das hintere Lager (am 5. Gang) der Eingangswelle an einigen Stellen spürbares Pitting hat. Genau das hat für die Geräusche gesorgt. Mit viel Geschick hätte man das vielleicht sogar im eingebauten Zustand wechseln können. Hier sieht es hast noch harmlos aus. Aber in Echt ist das höchste Zeit, Sicher kann man sich gut vorstellen, dass die Kugeln nach und nach diese Stellen vergrößern und weiter zerstören wird. Ich denke wenn die Härteschicht weg ist, dann geht das schnell und wenn das Lager versagt ist das Getriebe irreparabler Schrott.




    Fazit:

    Kupplung und Getriebeöl 100€

    Lagersatz mit allen Simmerringen 75€

    Zeit ca 20 Stunden.


    Nichts für Anfänger, aber wer schon mal ein Getriebe von innen gesehen hat bekommt das hin.


    Übrigens gestern fertig geworden. Heute schon 700km mehr auf der Uhr und alles i.O.


    Geht doch.

  • Nachtrag:


    Jetzt hat das Auto 1500km mehr auf der Uhr alles iO.


    Der anfangs völlig unruhige Leerlauf (runter bis 400 U/min) hat sich über die Zeit und die Strecke wieder völlig stabilisiert.


    Hat sich also gelohnt ich hoffe dass wir nun nochmals 100tkm machen werden.

  • Top erklärt, bin auch grad dabei!


    Hast du beim zusammenbauen einfach alles fest angezogen oder hast du auch Drehmomente, würde mir super helfen.


    Besten Dank